1. Bei der Ruprecht-Karls-Universität (lat. „Ruperto Carola“) handelt es sich um eine der ältesten europäischen Universitäten überhaupt und sie gilt mit ihrer Gründung durch den pfälzischen Kurfürsten Ruprecht I. auf Weisung von Papst Urban VI. im Jahr 1386 als die älteste deutsche Universität.

 

2. Die Bibliothek gilt als Wahrzeichen der Universität und sie ist zugleich die älteste deutsche Universitätsbibliothek. Ihre Bestände wurden im 16. Jahrhundert durch den Kurfürsten Ottheinrich sogar der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nach der Säkularisierung mussten ihre Bestände neu aufgebaut werden.

 

3. Das Renommee der Universität Heidelberg ist auch an der Zahl der Studierenden abzulesen. Im Wintersemester 2016/17 studierten insgesamt 30.787 Menschen dort, darunter mit einem Anteil von 18,8% allein 5.793 ausländische Studierende. All diese Studierenden werden von insgesamt rund 5.000 Wissenschaftlern betreut, darunter allein 450 Professoren.

 

4. Seitdem der Nobelpreis 1901 vergeben wird, haben insgesamt über 50 Personen, deren Vita mit der Universität bzw. der Stadt Heidelberg verknüpft ist, den Nobelpreis erhalten, darunter im Jahr 1905 zum Beispiel der Physiker Philipp Lenard für seine Forschungen über die Natur der Kathodenstrahlen, 1910 der Mediziner Albrecht Kossel für seine Arbeiten über Proteine und Nukleinsäuren oder zuletzt 2014 der Chemiker Stefan W. Hell, seit 2003 Professor an der Universität. Den Nobelpreis für Chemie erhielt er für seine Arbeiten zur Entwicklung der superauflösenden Fluoreszenzmikroskopie.

 

5. Auch im Bereich der Nachwuchsforschung kann die Universität Heidelberg glänzen. Bereits 19 Träger des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises, einer der wichtigsten Forschungsförderpreise in Deutschland, sind in den Annalen verzeichnet, und zwar in so unterschiedlichen Forschungsrichtungen wie Alter Geschichte (Géza Alföldy), Molekularbiologie (Günther Schütz) oder Kognitiver Sozialpychologie (Klaus Fiedler).

 

6. Wie jede andere Universität auch, führt Heidelberg ein Markenzeichen. Hier ist es das Universitätssiegel, auf dem nach vorherrschender Forschungsmeinung der Stiftungsvorgang der Universität selbst dargestellt wird, wobei unter anderem der Apostel Petrus als Schutzpatron zu sehen ist.

 

7. Nicht nur die Gebäude der Universität haben eine lange Tradition, auch die akademische Kleidung, in diesem Fall: die Talare. Denn bereits von Anfang an war in den Statuten der Universität das Tragen der „cappa“, eines Kapuzenmantels, vorgeschrieben. Nachdem die altehrwürdige Kleidung in den 1960er Jahren abgeschafft wurde, ist sie seit Mitte der 1990er Jahre wieder erlaubt.

 

8. Insgesamt 748 Rektoren haben seit der Gründung der Universität im Jahr 1386 ihr Schicksal gelenkt, der erste unter ihnen war der Magister Marsilius von Inghen, der zunächst für eine Amtszeit von drei Monaten gewählt wurde. Diese kurzen Amtszeiten waren bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts üblich.

 

9. Die Universität Heidelberg ist hervorragend mit vielen sehr bekannten außeruniversitären Forschungseinrichtungen vernetzt, zu denen unter anderem das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), das Europäische Laboratotium für Molekularbiologie (EMBL) und die Forschungsstelle für Internationale Agrar- und Wirtschaftsentwicklung gehören.

 

10. Ein weltweites Netzwerk zu anderen Forschungs- und Lehrzentren wurde etabliert, so dass inzwischen Austauschprogramme mit 450 verschiedenen Hochschulen auf der ganzen Welt bestehen. Auch 23 Universitätspartnerschaften sowie mehrere Graduierten- und Promotionskollegs zeugen vom Engagement der Universität, ihre nationalen und internationalen Verbindungen stetig auszubauen.