Katholische Universitäten sind Universitäten in Trägerschaft der katholischen Kirche (Stiftungen einzelner Diözesen, Bischofskonferenzen, vereinzelt auch des Papstes). Davon zu unterscheiden sind Ordenshochschulen (http://www.ordenshochschulen.de). Katholische Universitäten gibt es inzwischen weltweit, eine Liste findet man etwa auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Katholische_Universit%C3%A4t. Zu den deutschen katholischen Universitäten gehören unter anderem die Hochschule für Philosophie München, die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt sowie die Katholische Hochschule Mainz. Doch welche Vorteile bietet es, an einer katholischen, also stark religiös geprägten Universität zu studieren?

 

In der Apostolischen Konstitution heißt es von Seite des Papstes: „Jede Katholische Universität ist als Universität eine akademische Gemeinschaft, die in strenger und kritischer Methode zum Schutz und zur Förderung der menschlichen Würde und zugleich des Kulturerbes ihren Beitrag leistet durch Forschung und Lehre und durch die verschiedenen Dienste, die sie den örtlichen, nationalen und internationalen Gemeinschaften zu deren Nutzen erbringt.“ Das klingt zuerst einmal sehr vielversprechend, doch ist der Status von katholischen Kirchen immer noch ein umstrittenes Thema in den öffentlichen Debatten. Einige sagen, dass Religion eben in der Kirche oder auf dem privaten Sektor ausgeübt werden sollte, jedoch nicht an der Universität. Andere sind der Meinung, dass das katholische Christentum zwar durchaus seinen Platz innerhalb der Universität haben darf, die Universität an sich aber in religiöser Hinsicht neutral bleiben sollte. Nicht zuletzt gibt es diejenigen, die denken, dass katholische Universitäten einige einzigartige Voraussetzungen haben, wenn es um die Entdeckung und Verbreitung von Wahrheit geht – Aufgaben einer jeden Universität.

 

Weitere Vorzüge der katholischen Kirchen liegen unter anderem in der Sicht auf den Menschen. Die Würde und Dignität des Menschen sind im katholischen Glauben zentral, besonders seit dem 2. Vatikanischen Konzil. Man darf also erwarten, dass katholische Universitäten die Wichtigkeit von Personen über die der Dinge stellen und die Überlegenheit des Seins über das Haben anerkennen. In unserer heutigen Gesellschaft wird das Individuum zunehmend als Werkzeug betrachtet, das gerade in wirtschaftlicher Hinsicht zu „funktionieren“ hat. Die Ausbildung der katholischen Universitäten führt nicht nur zur Ausbildung von technischen Kompetenzen, sondern auch zur Kultivierung einer humanistischen Sichtweise bei den Studierenden.

 

Die katholische Kirche gehört zu einer der ältesten noch lebendigen Religionen. Sie existiert unter anderem deshalb noch, weil sie es schafft, Jahrhunderte alte Traditionen mit den Werten der heutigen Gesellschaft zu verbinden. So lernen die Studierenden hier die alten Werte, das alte Wissen kennen, doch in einer aktualisierten Form. Im Gegensatz zu staatlichen Hochschulen stehen katholische Universitäten für die „Einheit des Wissens“ – das heißt keine immer weiter fortschreitende Spezialisierung und Ausdifferenzierung des Wissens, sondern eine Synchronisierung und Integration („Uni-Versität“ vs. „Multi-Versität“). So beugt man einer zunehmenden Orientierungs- und Verständnislosigkeit der Studierenden vor.

 

Es lohnt sich also durchaus, sich mit den wenigen katholischen Hochschulen Deutschlands vertraut zu machen, bevor man sein Studium aufnimmt. Stellvertretend für die anderen Universitäten kann man sich auf der folgenden Website über die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt informieren: http://www.ku.de/unsere-ku/portraet.